Stil

Ein Stil ist nicht etwas, was die Leute einer Zeitepoche herstellen wollten, es ist vielmehr die Gemeinsamkeit einer gewissen Zeitdauer, wie sie sich im Nachhinein einem Betrachter präsentiert. Stil ist also eine Gemeinsamkeit, die sich z. B. darin äusserte, wie die Häuser gebaut wurden oder wie Gebrauchs oder Kunstgegenstände hergestellt wurden. Das Wort Stil wird auch als Bezeichnung für die Formgebung im Allgemeinen verwendet.

Stilbeeinflussende

 

Faktoren

Geld, die Besitzesverhältnisse arm, reich, mächtig usw.

Technische Möglichkeiten, die zur Verfügung stehenden Materialien und Werkzeuge. Einzelne Künstler, die neues erfinden. Der Zeitgeist insbesondere die Religion

Das Wissen und die Erfahrungen früherer Generationen.

 

Ägypten 2900 – 332 vor Christus

Aus der Sicht der Griechen und später der Römer war die ägyptische Hochkultur antik. Parallel zur ägyptischen entwickelte sich am Euphrat und Tigris die mesopotamische Hochkultur.

 

Ägyptische Hochkultur

Das Niltal war vor Eindringlingen besser geschützt, lebensfrohe Natur, Grundeinstellung, dass dieses Leben nur ein Übergang zum überirdischen viel schöneren Leben sei.

 

Mesopotamien

Das Land war vor Einfällen schlecht geschützt, das Klima war durch die vielen Sümpfe ungesund, düstere Lebensvorstellung, Lebenseinstellung eher Kummer und Angst.

 

Ägyptische Bauten

Die Stufenpyramide von Sakkara, Die Pyramiden von Gizeh, der grosse Amuntempel von Karnak, Grabtempel der Königin Hatschepsut in Del el Bahri, der grosse Tempel von Abu Simbel

 

Pyramiden von Gizeh

2590 – 2470 v. Chr. Grabstätten der Pharaonen Cheops, Chepren und Mykerinos. Die Cheops Pyramide ist mit einer Höhe von 138 Metern die Höchste. Die vier Seiten der Pyramiden weisen fast exakt in die vier Himmelsrichtungen.

 

Säulen

Die Säulen der ägyptischen Bauten waren glatt, sie hatten im Gegensatz zu den griechischen keine Kanalüren. Das Kapitel war zum Teil mit Blättern verziert.

 

Ägyptische Möbel

Die Sitzmöbel haben ein Gepräge der Starrheit. Dies entspricht dem steifen Sitzen der Ägypter und ihrer aufrechten Haltung. Die Kastenmöbel wurden bereits aus Rahmen und eingesetzten Querbrettern hergestellt. Es waren hauptsächlich lange Truhen, Schmuckkästchen und kastenartige Sarkophage. Die Möbel waren meistens bemalt.

 

Griechenland 650 – 146 vor Christus

Die ersten griechischen Stämme, Achäer und Ionier wanderten auf die griechische Halbinsel ein. Zu dieser Zeit blühte auf der Insel Kreta die minoische Kultur. Die Erben der Inselkultur auf Kreta lebten auf dem Festland. Der Mittelpunkt dieser Kultur (1600 – 1200 vor Christus) war die Stadt Mykenä, Heimat des Königs Agamemon, der die Achäer in den trojanischen Krieg führte. Eine zweite Einwanderungswelle durch die Dorer zerstörte die mykenische Palastkultur.

 

Tempelbau

Die Tempel hatten für die Griechen folgende Aufgaben: Erstens war der Tempel das Haus der Götter und zweitens war der Tempelkomplex militärisch sehr wichtig als Zufluchtsstätte und letzter Verteidigungsort des Volkes im Krieg. Der Innenraum der Tempel wurde im Gegensatz zur ägyptischen Baukunst eher schlicht gehalten. Bei schlecht erhaltenen Tempeln kann man annehmen, dass sie griechisch sind.

 

Ordnungen

Man unterscheidet die dorische, die ionische und die korinthische Ordnung. Die Stilentwicklung der dorischen und ionischen Ordnung kann räumlich nach Bevölkerungsgruppen getrennt werden. Die dritte Ordnung die, die korinthische ging aus der ionischen Stilrichtung hervor.

 

Dorische Ordnung

Unten hat die Säule keine Säulenbasis. Der Säulenschaft ist verziert mit Kanalüren, welche in den Spitz laufen. Das Kapitel ist relativ einfach ausgebildet. Die Säule wirkt eher klobig. Der untere Säulendurchmesser kann etwa 6 * in der Höhe abgetragen werden. (Gestalt des Mannes)

 

Ionische Ordnung

Sie Säule wirkt eleganter als die dorische. Sie hat zuunterst eine Säulenbasis. Die Kanalüren am Säulenschaft laufen nicht ganz in den Spitz. Das Kapitel ist verziert mit Voluten. Voluten sind Verzierungen welche aussehen wie ein aufgerollter Teppich. Der untere Säulendurchmesser kann etwa 8 * in der Höhe abgetragen werden (Gestalt der Frau)

 

Korinthische Ordnung

Die Säule ist noch einmal ein wenig schlanker ausgebildet als die ionische. Sie hat unten eine Säulenbasis, dann einen schlanken Säulenschaft und ein reichhaltig verziertes Kapitel. Das Kapitel ist mit Akanthusblättern verziert.

 

Elemente des Tempels

Unterbau (fünfstufig), Säulenschaft, Kapitel (Ende der Säule auf verschiedene Arten verziert), Architrav (Trägerelement ob den Säulen nicht heftig verziert), Fries (verziertes Element oberhalb des Trägers), Kranzgesims (direkt unterhalb des Dreiecks), Dreieckgibel (Tympanon).

 

Antentempel

Es handelt sich dabei um eine Tempelform. Die Grundform wurde aus dem griechischen Haus Megaron entwickelt. Die Längswände wurden im Osten über die Cella (Schiff) hinausgeführt und zwei Säulen dazwischen gestellt. So entstand die einfachste Tempelform (Antentempel). Wird die gleiche Konstruktion auf die Westseite wiederholt, entsteht der Doppelantentempel.

 

Griechische Tempel

Akropolis von Athen (Die Überbauung von Bergen und Hügeln wird Akropolis (Stadtburg) genannt). Der Partenon Tempel (447 – 432 v Chr.) Erchteion (Steht bei der Akropolis von Athen. Ionische Ordnung 421 – 405 v. Chr. Es handelt sich dabei um 6 Damen die das Dach des Gebäudes tragen).

 

Zierformen

Bei den Zierformen an griechischen Bauten unterscheidet man: Lesbisches Kyma, Perlstab, Eierstab, Palmettenfries.

 

Griechisches Möbel

Im 6. Jh. v. Chr. Waren sie ähnlich wie die ägyptischen Möbel mit starren Konstruktionen im rechten Winkel. Im 5. Jh. v. Chr. Entwickelten sich dann bereits andere Formen. Diphros: Ein lehnenloser Klapphocker, Klismos: Sessel mit Rückenlehne Beine und Lehne sind zart geschwungen. Kline: Das Ruhelager aus senkrechten Pfosten mit waagrechter Fläche.

 

Die Römer 300 vor Christus bis 365 nach Christus

Gründung von Rom beruht auf der Sage von Romulus (er wurde angeblich von einer Wölfin aufgezogen). Die Römer wurden die Herren des Mittelmeeres und besetzten dessen Küstengebiete (Spanien, Griechenland, Kleinasien, Ägypten und im Norden bis nach England). Die Römer wurden im 3. Jh. n. Chr. Von Allemannen, Goten und Franken bedrängt. Das Weströmische Reich wurde von Germanen Völkern zerstückelt. Kaiser Konstantin erhob Byzanz zur neuen Reichshauptstadt und weihte sie 330 offiziell als Nova Roma oder Konstantinopel ein. 395 wurde es die Hauptstadt des Byzantinischen Reichs. Die Türken eroberten Konstantinopel im 15 Jh. (Istanbul). Im 16. Jh. erklärten sich die Grossherzöge von Moskau zu den Nachfolgern des grossen Konstantin. Von da an nannte sich Moskau das 3. Rom.

 

Römische Baukunst

Für die römische Baukunst waren die etruskische (erste namhafte Kultur in Italien vor den Römern) und die griechische Grundlage von entscheidender Bedeutung. Die Römer übernahmen beinahe alle griechischen Formen des Schmuckes. Eine wesentliche Erfindung welche die Bauwerke der Römer überhaupt ermöglichte, war die Verwendung eines betonartigen Gussmauerwerks.

 

Römisches Wohnhaus

Es schloss sich gegen die Umwelt ab. Die Fassadengestaltung wurde nicht betont. Lichtöffnungen richteten sich gegen den Innenhof. Die Räume gliederten sich um das zentrale Atrium. In seiner Mitte stand das Becken zum Sammeln des Regenwassers (Impluvium). Genau darüber war eine Dachöffnung (Compluvium). Der Garten war ebenfalls von hohen Mauern umgeben und nur durch das Haus zugänglich.

 

Bauaufgaben der Römer

Tempel, Versammlungshallen, Theater, Brücken, Aquädukte, Thermen (Badeanstalten), Paläste, Triumphbogen und Strassen.

 

Römische Tempel

Sie waren nicht mit einem Säulenkranz umstellt. Der Tempel war auf einem Podium gebaut. Der Zugang war nur von einer Seite über eine Treppe möglich (eher mehr als nur fünf Stufen). Die Säulen waren verziert mit dem Kompositkapitell. Durch vorspringende Säulen und Tiefengestaltung (Verkröpfung) des Architravs (Das Ding über dem Kapitel) wirkte das Gebälk weniger als Belastung als bei den Griechen.

 

Säulen

Die Säulen waren verziert mit dem Kompositkapitell. Auf die Akanthusblätter des korinthischen Kapitels wurden noch ionische Voluten aufgesetzt. Die Voluten waren jedoch in vierfacher dreidimensionaler Ausführung also nicht nur wie der aufgerollte Teppich bei den Griechen.

 

Römische Bauten

Tempel der Vesta in Rom 205, Venustempel in Baalbeck Libanon 2. Jh., Triumphbogen des Konstantin Rom 310, Kolosseum in Rom 80 n. Chr., Pantheon Rom 120 – 130, Pont du gard in Nimes 1. Jh. (Dieses Bauwerk erfüllte beide Aufgaben, Strasse und Wasserbrücke zugleich.

 

Römische Möbel

Das römische Möbel hat mit dem griechischen dasselbe Schicksal, nämlich, dass keine Holzmöbel erhalten geblieben sind. Es existieren jedoch noch diverse Bronzemöbel. Besondere Sitzmöbel sind der Klappstuhl und ein breiter Schemel, das Bisellium. Ebenfalls beliebt war ein geschwungener Sessel, wie bei den Griechen. Die Liegestätten wurden auch beim Essen gebraucht.

 

Frühchristliche Baukunst 2 bis 8 Jahrhundert

Als das Christentum in Rom eindrang weigerten sich seine Anhänger den Kaiser als Gott zu anerkennen. Sie wurden verfolgt, hielten aber immer treu zusammen. Unter immer grösser werden dem Druck der äusseren Feinde bot Kaiser Konstantin 313 dem inneren Gegner (den Christen) den Frieden an.

 

Die Basilika

An Anfang waren die Christen immer in den Gruftkapellen (Krypten). Als sie dann nicht mehr so verfolgt wurden wuchs das Bedürfnis nach Verhandlungsräumen um die neue Lehre zu verbreiten. Das neue Gotteshaus musste andere Ausmasse haben als ein Tempel, der nur wenigen Eingeweihten Platz bieten musste. In der römischen Basilika lag das Muster vor, nur wurde es jetzt auf Gott bezogen. Die Anlage setzt sich aus drei Körpern zusammen: Dem Torbau dem Vorhof oder Atrium, den Schiffen und dem Chor mit Altar. Das Gebäude hatte einen offenen Dachstuhl. Die Bauten wirkten im Gegensatz zu den späteren romanischen leicht und beschwingt. Der Altar wurde gewöhnlich über einem Heiligen Grab eingerichtet. Diese Kapelle unter der Kirche bedingte meist, dass der Boden des Chores erhöht werden musste.

Frühchchrstlicher Zentralbau

Über die Herkunft der frühchristlichen Zentralbauten besteht keine Zweifel. Die römische Architektur hatte genügend Vorbilder. Zu diesen Formen gesellte sich seit dem 5 Jh. der kreuzförmig angelegte Bau. Man unterscheidet das griechische Kreuz, (Alle vier Balken gleich lang) und das Lateinische Kreuz (Ein Balken ist länger als die anderen).

 

Frühchristliche Bauten

Basilika St. Peter in Rom 326, Basilika San Apolinare bei Ravenna 534 – 549, Grabkapelle der Galla placida in Ravenna 420, San Vitale in Ravenna 526 (San Vitlae nimmt eine Sonderstellung ein die Kuppel wölbt sich nicht über einem Quadrat sondern über einem Achteck.

 

Byzantinische Baukunst     Byzantinische Baukunst 330 – 1453

Konstantin der Grosse suchte für das römische Reich ein strategisch günstiger gelegenes Verwaltungszentrum. Er liess so Byzanz am Bosporus ausbauen und taufte es Konstantinopel (heute Istanbul). Im Jahre 330 erhob er es zur Hauptstadt.

 

Ursprung dieses Stils

Der byzantinische Stil entstand aus verschiedenen Ursprüngen: Dem klassischen Stil der heidnisch römischen Kunst, der christlichen Katakombenkunst Roms im 2. und 3. Jahrhundert und den zahlreichen Kirchen der ersten Christen.

 

Bauten von diesem Stil

Die Krone der byzantinischen Baukunst ist die Hagia Sophia in Konstantinopel. Sie wurde unter Kaiser Justinian in nur fünf Jahren erbaut. 532 – 537. 558 stürzte jedoch dann die Kuppel ein und musste wieder neu aufgebaut werden.

 

Möbelkunst aus Byzanz         Es sind auch hier kaum Möbel erhalten geblieben. Die Möbelkunst aus Byzanz ist eine Nachkommin der spätgriechischen Möbelkunst. Für Sitzmöbel Sessel und Liegestätten sind die gedrechselten Gestelle stärker Tonangebend geworden. Bemerkenswert ist die Verzierung und Einlegearbeit der Möbel mit Elfenbein. Sie waren auch stark in der Seidenweberei häufig mit Tiermustern.

 

Romanik 9. Bis 13. Jahrhundert.

Im Gegensatz zur Weltflucht der frühchristlichen Zeit bekundeten die Christen des frühen Mittelalters eine grössere Gebundenheit an die Erde. Der Begriff der Romanik bezieht sich nicht auf die Völker, die so gebaut haben sondern er deutet auf die Herkunft der wesentlichen Bauelemente, vor allem dem Rundbogen hin.

 

Einteilung der Bauten

Quer und Mittelschiff, beide von gleicher Breite durchdringen sich und bilden im Grundriss ein lateinisches Kreuz. In der Durchdringung entsteht die Vierung mit dem Vierungsturm. Bei den Romanischen bauten ist der Vierugsturm sehr markant und man sieht von unten in den Turm hinauf. Nach Osten ist dann das Chorquadrat.

 

Michaelskapelle

Zu beiden Seiten der Vorhalle, dem Paradiese, erheben sich Treppentürme. Sie führen in die Michaelskapelle einem über dem Paradiese gelegenen quadratischen Bau. Erzengel Michael hatte den Rücken der betenden Gemeinde gegen Westen, gegen die anstürmenden Mächte der Finsternis, zu decken.

 

Merkmale der Romanik

Die frühchristliche Epoche hat das Baumaterial eher verleugnet, indem sie es mit Mosaiken verdeckten. In der Romanik hingegen entstehen wuchtige fest auf der Erde lastende Bauten. Sie waren grossflächig massig wehrhaft mit runden Türmen. Fenster und Türen waren niedrig mit Rundbogen. Die Säulen waren dick, gedrungen mit einfachen Würfelkapitellen oder Figurenkapitellen. Gegen Ende der Romanik wurden die Wände durch Zier oder Zwerggalerien meist ohne praktischen Wert völlig aufgelöst. (sehr ausgeprägt am schiefen Turm von Pisa). Ein neues Zierelement ist das Radfenster.

 

Konstruktion der Bauten

Grössere technische Erfahrung erlaubte die Einwölbung des Mittelschiffes entweder mit einem Kreuzgrat oder mit einem Tonnengewölbe. Um die Last der Gewölbe zu tragen mussten die Mauern verstärkt werden. Anstelle von Säulen wurden mächtige Pfeiler unterstellt, denen Wandpfeiler (Pilaster) vorgelagert waren, worauf die das Gewölbe stützenden Gurtbogen ruhten. Die Kirchen waren häufig reich ausgemalt.

 

Friese in der Romanik

Tau, Rautenband, Rollenband, Zickzackband, Zinnenband, Diamanten, Zahnschnitt, Kugelfries, Sägefries.

 

Säulen in der Romanik

Säulen waren relativ massig und mit folgenden Kapitelarten verziert: Würfelkapitel, Kapitell mit sinnbildlicher Figurendarstellung, Kapitell mit stilisierten Palmetten.

 

Türme

Die Romanischen Bauten waren häufig mit sechs Türmen verziert: Zwei Türme an der Eingangsfassade, zwei Chortürme, und zwei Vierungstürme.

 

Portal

Seit dem Ende des 11 Jh. gewann das Portal grösste Wichtigkeit. Die Mauerdicke wurde durch rückspringende Ordnungen, die Stufe für Stufe nach innen gleiten überwunden. Die Steinmetzkunst war in der Romanik zum Teil noch nicht ganz das gelbe von Ei.

 

Romanische Bauten 

S. Philibert, Tournus ca. 1009; Aenediktiner Abteikirche Laach 1093 – 1177; Abteikirche von Payerne, 11 – 16 Jh.; Klosterkirche Denkendorf; Galluspforte beim Basler Münster 11 – 15 Jh; Kathedrale von Pisa, 1063 – 1092; Schiefer Turm von Pisa 1174.

 

Möbel der Romanik  

Die Möbel der Romanik waren wie ihre Bauwerke schwer und massig, in ihrem Zweck den damaligen Bedürfnissen und dem Handwerklichen Können angepasst. Holzverbindungen kannte man in der ersten Zeit der Romanik kaum. Die roh behauenen Bretter wurden stumpf aneinander gelegt und durch aufgenagelte Eisenbänder zusammengehalten.

 

Schnitzereien

Romanik: Kerbschnitzereien
Gotik: Flachschnitzereien
Renaissance: Reliefschnitzereien

 

Gotik 12 – 16 Jahrhundert.

Die Gotik ist eine Schöpfung des nordischen Geistes. Die Italiener hatten nicht viel auf der Gotik. Die Menschen drangen tiefer in das Wesen der Christlichen Lehre ein. Dieses Lebensgefühl, voll Geringschätzung für alles irdische war die treibende Kraft für die Errichtung himmelsstrebender Dome.

 

Konstruktion der Bauten

Die gotische Kirche ist ein reiner Gerüst oder Skelettbau. Die Last der hochragenden Gewölbe wird von Bündelpfeilern getragen, der Seitenschub des Gewölbes nimmt das Strebewerk auf, indem es den seitlichen Druck über die schrägen Strebebogen leitet, die ausserhalb des eigentlichen Kirchenraumes verankert sind. Das Querschiff tritt nur noch wenig in Erscheinung oder verschwindet ganz. Die Seitenschiffe werden verdoppelt und begleiten das Mittelschiff bis zum Chor.

 

Konstruktionsbegriffe

Strebepfeiler: steht ausserhalb des Raumes ist verziert mit dem Kaffgesims. Er wird durch den Strebebogen mit dem Gebäude verbunden. Der Scheidbogen ist in der Konstruktion zwischen Hauptschiff und Seitenschiff zu finden also zwischen den Bündelpfeilern die das ganze tragen. Die Dienste sind den Bündelpfeilern vorgelagert. Ob dem Scheidbogen ist das Triforium das ist ein Laufgang. Die Felder beim Kreuzrippengewölbe nennt man Gewölbekappen. Der Schlussstein befindet sich in der mitte des Kreuzrippengewölbes.

 

Gewölberippen

Einen entscheidenden Fortschritt brachte die statische Belastung der Gewölberippen man unterscheidet Kreuzgratgewölbe und Kreuzrippengewölbe.

 

Kreuzgratgewölbe

Man kannte dies bereits in der Romanik Gewölbe ohne Verstärkungsrippen

 

Kreuzrippengewölbe

Wurde in der Gotik eingesetzt. Die Grate sind mit sichtbaren Rippen verstärkt.

 

Merkmale der Gotik

Die Vertikallinie wird betont. Spitzbogen als Stilsymbol. Mehr Fenster und weniger Mauern, alles ein bisschen feiner als in der Romanik. Im Gegensatz zur Romanik wo viel mit Kalkstein gebaut wurde verwendete man in der Gotik hauptsächlich Sandstein, da dieser besser zu behauen ist. Der Sandstein ist jedoch auf Witterung und Biegebeanspruchung allergisch. In der Romanik war alles sehr geometrisch. Die Gotik jedoch war pflanzlich angehaucht, hatte verschiedene Varianten und war in Leichtbaukonstruktion aus Sandstein. Die Sandsteinmauern wurden natürlich nicht verputzt.

 

Vierungsturm

In der Romanik war der Vierungsturm mächtig und markant, man konnte von unten in den Turm hinaufschauen. Bei der Gotik ist der Vierungsturm nicht mehr markant und nur oben aufgesetzt.

 

Westtürme

In der Gotik sind nun die Westtürme sehr markant (Das schlechte kommt von Westen). Häufig wurden sie nicht fertig gebaut. Z. B. Notre Dame in Paris.

 

Englische Gotik

Bei der englischen Gotik ist der Vierungsturm am grössten, das Westwerk ist weniger mächtig.

 

Verzierungen

In der Gotik kennt man viele Verzierungselemente z.B. Wimperg (Element ob den Eingängen) Fialen (Spitzverzierungen), Kreuzblume (Abschluss der Fialen) laufender Hund usw. Der Dreipass ist eine dreiteilige Zierform. Die Fischblase ist eine Zierform im Masswerk der Gotik

 

Bogenformen

Man unterscheidet Spitzbogen, Lanzettenbogen, Kielbogen oder Eselsrücken, Tudorbogen, Vorhangbogen.

 

Kapitel

Bei den Kapitelformen in der Gotik unterscheidet man das Knospenkapitel und das Blattkapitel.

 

Rosenfenster

Ist ein häufiges Element in der Gotik es ist nochmals viel mehr verziert als das Radfenster in der Romanik. Die Formen im Rosenfenster werden zum Teil auch Sechsschneuss oder Fischblasen genannt.

 

Masswerk

Darunter versteht man sehr fein gegliederte Steinhauerarbeit an Fenstern und Brüstungen.

 

Uhr

In der Gotik wurden häufig grosse Uhren eingesetzt z. B. Der Big Ben in London oder der Zytgloggeturm in Bern.

 

Beispiele

Kathedrale von Lincoln GB, Kölner Dom, Notre Dame in Paris, Berner Münster, Kathedrale von Reims, Kathedrale von Lausanne. Schloss Thun, Berner Zeitglockenturm, Rathaus Basel.

 

Gotischer Möbelbau

Der Schrank beginnt der Truhe Konkurrenz zu machen. Der Gerüstbau aus Pfosten eröffnete die Möglichkeit vielfältiger neuer Lösungen. Auffallend ist das gleichzeitige Erscheinen eines neuen Flachornaments auf den Füllungen der nordeuropäischen Eichen Möbel. Man unterscheidet das Faltwerk und Masswerkornamente.

 

Faltwerk

Das Faltwerk ist eine Verzierung bei Schrankfüllungen. Dieses Ornament erscheint wie gefaltetes Pergament oder Leinenzeug.

Masswerkornamente

Masswerkornamente sind sehr aufwendige Verzierungen. Das Rebenlaub wurde viel eingesetzt.

 

Verzierungen

Neben dem Faltwerk und den bandartigen Masswerkornamenten, fanden X förmige Bildungen ihre Anwendung. Ebenfalls beliebt war die Verzierung mit Wappen oder mit Reben und Rebenlaub. Bei den Flachgeschnittenen Ornamenten wurde der Schnitzgrund oft eingefärbt. Sie zeigen die unmittelbare Verbindung mit der Romanischen Kunst, da sie teilweise mit Fabeltieren geschmückt sind.

 

Innenräume

wurden mit Wandtäferungen ausgestattet, die durch breite Friese mit Schnitzwerk von der Decke getrennt waren. Balkendecken waren oft tonnenartig gewölbt. Zudem wurden häufig Wandteppiche verwendet. Die Türeinfassungen wurden ausgeschmückt. Das Ding ob den Türen in den Innenräumen nennt man Sopraporte. Die Böden waren noch relativ einfach mit Tannenriemen hergestellt.

 

Die Truhe

Ist eine Brett Truhe mit einem Brettsockel oder eine Stollentruhe auf Füssen stehend. Aus der Stollentruhe entstand dann der Stollenschrank.

 

Der Schrank

Der Schrank entwickelte sich aus Überhöhung des Truhenkastens. Im Gegensatz zur Romanik gab es in der Gotik bereits häufig Schränke. Zum Teil waren es auch zwei aufeinander gestellte Truhen. Die Schränke hatten Kräftige Brettsockel. Die Türen waren brettartig oder mit Füllungen. Oben ist ein sogenannter Zinnenkranz aufgesetzt. Die Schrankseiten waren meistens nicht verziert.

 

Das Bett

Kastenbett mit oder ohne Baldachin. Oft rundherum Vorhänge. Häufig mit Schnitzereien verziert (Spruchbänder und Wappen).

 

Der Tisch

Weit verbreitet war der Bocktisch oder Wangentisch. Das Tischblatt konnte hochgeklappt oder weggeschoben werden Schubladen waren eigentlich noch nicht zu sehen.

 

Der Stuhl

Vorwiegend als Scherenstuhl zu sehen Teilweise auch gedrechselt oder mit Stollenfüssen.

 

Beschläge

Das Beschläge an Möbeln und Türen war besonders Kunstvoll und diente oft mehr als Schmuck und nicht der Stabilität oder der Konstruktion.

 

Echt Putzenglas

Das echte Putzenglas ist eine flachgedrückte Glaskugel. Das Dreieckige Füllding zwischen den einzelnen Rondellen nennt man Hornaffe.

 

Renaissance 15 und 16 Jahrhundert.

Die Renaissance ist im Prinzip die Wiedergeburt der Antike. Die Renaissance kommt aus der Toscana. Die Italiener wollten ja die Gotik nicht übernehmen weil sie das Gefühl hatten diese Volker seien Barbaren. Die haben ihnen des römische Reich verheizt. Der Übergang von der Gotik zur Renaissance ist ein völliger Bruch mit der Tradition. Das neuzeitliche Denken kam aus dem Bürgertum. Geistlichkeit und Adel verloren ihren Vorrang. Das Selbstbewusstsein des Einzelnen wurde gestärkt. Im Jahre 1453 eroberte Sultan Mohamed der 2. Konstantinopel. Die byzantinischen Gelehrten flüchteten in die geistigen Zentren Italiens und halfen mit die alte Geschichte zu erforschen. Zentrum der neuen Geistesrichtung war Florenz. Die römischen Bauwerke waren erstrebenswerte Vorbilder aller Renaissance Architekten.

 

Profanbauten

Im Mittelalter wurden sakrale und profane Aufgaben streng auseinandergehalten. Das änderte mit der Renaissance. Der Palastbau rückte an Wichtigkeit in den gleichen Rang wie der Sakralbau. Der Reichtum der einzelnen Familien wurde zur Schau gestellt (z. B. San Chiminiano).                           

 

Kuppeln

Bei den Kuppeln der Renaissance sieht man von aussen Rippen. Das Ding oben auf der Kuppel nennt man Laterne und das Element direkt unter der Kuppel nennt man Tambur. Die Kuppel ist einschalig.

 

Fenster

In Italien wurden die Fenster in möglichst grossen Abständen angeordnet. Im Norden blieb jedoch die ganze Wand ein Steingitter. Über den Fenstern ist ein Ädikula oder ein Segmentgiebel angeordnet. Oft wurden auch drei Fenster mit einer solchen Verzierung zusammengefasst.

 

Ädikula

Oder Dreieckgiebel, ist das Tempelchen ob den Fenstern. Zum Teil ist auch ein Segmentgiebel anzutreffen.

 

Rustika Quader

Mauersteine die in der Renaissance extrem betont wurden mit breiten Fugen.

 

Lotscha

Rundbogen Arkade

 

Baukörper

Man zeigte gerne, dass man es hatte. Der Baukörper ist ein liegender breitgelagerter Kubus. Die horizontale wird stark betont mit mächtigen Profilen. Die Kontraste an der Fassade wurden mittels hervortretender Halbsäulen verstärkt. Ebenfalls ein Erkennungsmerkmal sind die Muschel Verzierungen in den Mauern. Viele Bauten aus Florenz stammen aus der Zeit der Renaissance.

 

Fassade

Die Fassade ist symmetrisch jedoch nicht verkröpft. Pro Stockwerk ist eine Fensterhöhe und eine Säulenhöhe. Maximal drei Geschosse. Das erste Geschoss begann auf dem Boden. Runde Fenster waren kreisrund.

 

Gewölbe

Man hatte noch die sogenannten Tonnengewölbe mit den Gesimsen in den Übergängen.

 

Farben

Man verwendete meistens naturfarben oder weiss.

 

Dachformen

Die Dachformen sind geometrisch und meistens grossflächige Ziegeldächer.

 

Künstler

Die bekanntesten Künstler dieser Zeit waren Leonardo Da Vinci und Michelangelo.

 

Beispiele

Findelhaus Florenz, Villa Rotonda, Vicenca 15 53, Santa Croce in Riva San Vitale, Santa maria della Consolatione bei Todi Dom in Florenz.

 

Möbelbau  Renaissance

Die Möbelkunst hat im späten 15. Jahrhundert einen mächtigen Aufschwung erlebt. Gegenüber den spätgotischen Möbeln besteht der Unterschied darin, dass die Gesimse, Pilaster und Profile von der Architektur auf das Möbel übertragen wurden. Auch Intarsien erscheinen bereits ab 1470.

 

Innenraum

Die Decke und Wand verschmelzen miteinander. Sie sind extrem Kassetiert. Die Kassettendecken hatten oft in der Mitte der Füllung eine Blattrosette. Möbel sind zum Teil fest eingebaut. Die Putzenscheiben bei den Fenstern sind bereits etwas grösser als in der Gotik. Die Böden bestanden nicht mehr nur aus Tannenriemen wie in der Gotik. Sie waren oft bereits mehrfarbig.

 

Cassapanca

Zu den Truhen und Schränken gesellt sich die Cassapanca, eine Truhenbank mit Rück und Seitenlehnen.

 

Der Tisch

In der Renaissance hatte man zum ersten Mal einen richtigen Tisch vorher sass man an einer Tafel (Ein Brett das nach dem Essen wieder verräumt wurde. (Die Tafel ist aufgehoben)). Der Tisch war oft rechteckig, langgestreckt mit starken Stützen und Stegen. Die Füsse sind oft ziemlich schräg gestellt und gedrechselt. Das Blatt erhält eine Schiefereinlage, oder ist mit Intarsien reich verziert. Zum Teil hat es nun auch Schubladen unter dem Tischblatt.

 

Der Stuhl

Scherenstühle und Klappsessel wie wir sie aus der Gotik kennen waren immer noch aktuell. Dazu kam noch ein gepolsterter Sessel mit geneigter Rückenlehne und eine Stabelle. Die Rücklehne war zum Teil auch sehr gerade und unten mit Verbindungen die nur wenig Abstand zum Boden hatten. Normalerweise sind die Stühle noch nicht gepolstert. Wenn sie jedoch gepolstert sind, sind sie sichtbar genagelt.

 

Die Truhe

In Italien wurde die Truhe eher niedrig gebaut, dass sie auch als Sitzmöbel verwendet werden konnte. Truhen haben oft aufwendige Sockelprofile.

 

Der Schrank

Besteht im Prinzip immer noch aus zwei aufeinandergestellten Truhen, die Kleider konnten nur gelegt werden. Im Sockel waren nun bereits oft Schubladen. Im Gegensatz zu der Gotik waren jetzt auch die Schrankseiten verziert. Die Möbel waren häufig verziert mit Reliefschnitzereien und Elementen die man von den Fassaden her kennt (sogenannte Fassadenschränke). Bei den Intarsien wurden helle und dunkle Hölzer häufig kombiniert. Die Lisenen sind in der Renaissance in der gleichen Richtung wie die Front und nicht um 45 ° abgeschrägt. Das Beschläge war häufig ziseliert. In der Renaissance wurde bereits häufig furniert und viele Intarsien eingelegt.

 

Das Bett

Das Bett ist sehr reich verziert und hat oft einen Deckel. Zudem steht es nicht selten auf einem  Sockel damit nicht allerlei vierbeinige Viecher daherkommen.

 

Nischenbuffet

Möbel mit eingebauter Waschgelegenheit aus Zinn.

 

Marquetterie

Intarsien mit eingelegten Fremdmaterialien.

 

Trombloi

Intarsien welche so gestaltet sind, dass man meinen könnt sie seien dreidimensional.

 

Barock 1660 – 1760

Der Renaissancegedanke dauerte nicht sehr lange. Die Freiheit des Individuums zur Zeit des Humanismus in der Renaissance wich dem absoluten Anspruch von Kirche und Staat. Sie wollten mit einer Demonstration Adelige, Bürger und Volk wieder für sich zurückgewinnen. Somit wurde der Humanismus durch den Absolutismus verdrängt.

 

Daten aus dieser Zeit

Dreissigjähriger Krieg: 1640 – 1670, 1643 Tod von Frankreichs König Ludwig der 13. Sonnenkönig Ludwig der 14. Bestieg nun den Thron. 1715 stirbt Ludwig der 14. Und Ludi 15 wird französischer König.

 

Baugeschichte

Das Grundthema war die Verbindung des Kuppelgekrönten Zentralbaus mit dem Langhausbau. Das neue Grundrissschema kann in drei Elemente geteilt werden, in das Tor, den Pfad und das Ziel, architektonisch verwirklicht in der Fassade, im Mittelschiff und in der Kuppel. Leichtere Säulenordnungen wurden über schwerere gestellt, wie beim Kolosseum in Rom.

 

Frühbarock

Das Erdgeschoss wurde nach dem Muster des römischen Triumphbogens gestaltet. Das Obergeschoss beschränkte sich auf die Breite des Mittelschiffes. Voluten die über dem Hauptgesims und vor den Pultdächern der Nebenschiffe angebracht sind bilden die Verbindung zwischen den Seiten und dem Mittelteil.

 

Hochbarock

Im Hochbarock vereint das Grundrissschema Längs und Zentralbau in einer neuen Form, dem Längsoval. Die Bauglieder verwachsen in der Barockzeit immer mehr miteinander.

 

Balustrade

Im Barock sieht man häufig weitläufige Treppenanlagen. Unter Balustrade versteht man das Treppengeländer meistens aus Stein gebildet. Der obere Teil ist der Handlauf und an den Sprossen sagt man Baluster.

 

Fassade

Barockbauten sind verspielt mit vielen Verzierungen. Die Fassade ist symmetrisch aufgebaut und der Mitteltrackt und der Seitentrackt ist meistens verkröpft. Der Mitteltrackt kann jedoch nicht nur eckig verkröpft sein, er kann von oben gesehen auch segmentbogenförmig vorspringen. Zuunterst vom Gebäude ist ein sogenanntes Sockelgeschoss mit Kellerlichtern, das ist ein halbes Stockwerk. Davor liegt eine Estrade (Fussbodenerhebung) die über eine oder zwei Freitreppen von aussen erreichbar ist. Erst dann beginnt das eigentliche Hochparterre. Die Säulen sind zu zweit gekuppelt und überschreiten mehr als ein Geschoss (Kolosalordnung) sie stehen meistens unten noch so auf einer Erhöhung und sind oben auch noch so durch ein zusätzliches Element in der Höhe ergänzt. Die Betonung der Horizontale fehlt. Das Kompositkapitell ist häufig anzutreffen. Das kreisrunde Fenster ist nicht mehr aktuell es wurde durch das Ochsenauge (ovalförmig) abgelöst.

 

Farbe

Die Farben sind Pastelltöne welche mit weiss kombiniert werden. Z. B. zartrosa, zartgelb, goldfarbig usw.

 

Gewölbe

Das Gewölbe ist symmetrisch. Man spricht vom sogenannten Barockbogen. Der Übergang von der Wand zur Decke ist völlig aufgelöst.

 

Dachformen

Oft sehr komplizierte Dächer organisch gewölbt z.B. Zwiebeldächer auf den Türmen. Da man solche Formen nicht mehr gut mit Ziegeln decken konnte sieht man häufig Blechdächer. Die Dächer haben oft Lukarnen und sind mit Figuren verziert.

 

Pilaster

Sind im Barock häufig anzutreffen es handelt sich dabei um Wandpfeiler welche nur wenig vorstehen.

 

Beispiele

St. Peters Kathedrale in Rom 1506 – 1626, Il Gesu Rom, Klosterkirche von St Urban 1711 – 1717, St Ursus Kathedrale Solothurn, Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, Kathedrale in St Gallen, Klosterkirche Melk an der Donau, Von Wattenwil Haus in Bern, Schloss Schönbrunn in Wien Barock liebt die Symmetrie. Die Profanbauten sind oft von riesengrossen Gartenanlagen umgeben welche auch symmetrisch angelegt wurden.

 

Barock Möbel

Der Name Barock stammt vermutlich aus dem portugiesischen, wo barocco als Bezeichnung für seltsame und unregelmässige Formen angewendet wird. Die Gestaltung des Möbelkörpers durch zusammenfassende grosse ausdrucksvolle Glieder. An Stelle der Zerlegung in ein Gerüst mit kleinen Feldern tritt eine grosse Teilung durch starke Hauptakzente, statt vielbewegter Flächen eine einheitliche zusammenhängende Flächenbewegung. Im Barock werden nationale Unterschiede gemacht, in Frankreich und England werden Zeitabschnitte des Barocks mit dem Namen der jeweiligen Herrscher bezeichnet. Früh bis Hochbarock wird in Frankreich z. B. mit Louis 14 bezeichnet.

 

Künstler

Boulle, Gouderon, Reisner, Röntgen (Intarsienspezialist), Meissonier.

 

Innenräume

Reich gewundene und spielerische Raumfülle ist die Charakteristik barocker Räume. Die einzelnen Räume sind hoch, was durch die starke Einwölbung der reich verzierten Stuckdecke besonders betont wird. In der Mitte der Räume hängen reiche Glasperlenleuchter. Die Wandverkleidungen sind im Hochbarock niedrig, die Wand trägt Stofftapeten oder grosse Wandteppiche. Ansonsten sind die Innenräume weiss mit Gold kombiniert. Die Technik zum vergolden nennt man Blattvergoldung, das ist eine sehr dünne Goldschicht welche aufgeklebt wurde. Man sieht oft grossformatige Bilder die zum Teil auch in ovalen Rahmen sind. Die Böden sind oft poliert.

 

Der Tisch

Der Tisch hat senkrechte oder S förmig reich verzierte Füsse, welche mit Steg oder Kreuzsteg verbunden sind. Zudem unterscheidet man den Klauenfuss, den Volutenfuss und den Balusterfuss. Der Schreibtisch tritt erstmals in seiner heutigen Form auf. Ebenfalls beliebt waren Konsolentische, also nicht freistehende Tische die oft noch einen Spiegel darüber hatten. Die Tische hatten zum Teil sogenannte Klauenfüsse.

 

Der Stuhl                                                         

Wie bei fast allen Möbeln des Barocks hat auch der Stuhl mehr repräsentativer als praktischer Charakter. Polsterung  oder Rohrgeflecht an Sitz und Rücken. Die Füsse sind sehr oft mit Kreuzstegen verbunden. Der Stoff ist zum Teil noch sichtbar angemacht und noch nicht speziell auf das Möbel abgestimmt.

 

Der Schrank

Man hatte nun richtige Schränke und nicht mehr aufeinander gestellte Truhen. Die Kleider mussten somit nicht mehr hineingelegt werden. Die Lisene ist nun oft 45 ° Grad schräg gestellt. Die Schränke haben oft gewundene Säulen. Diese gewundenen Säulen sieht man auch an den Nischenbuffets.  Man sieht häufig Zwiebelfüsse. Die Oberflächen sind glänzig oder zum Teil sogar schon hochglänzig.

 

Kommoden

Die Möbel sind nur in zwei Dimensionen geschwungen. Meistens sind drei Schubladen übereinander welche eindeutig abgegrenzt sind.

 

Régence 1710 – 1735

Übergang des Barockstils zum Rokokostil. Stilepoche vor allem der französischen Möbelkunst. Zwischen Ludi 14 und Ludi 15 war der Herzog Philipp von Orleans am Ruder. Die Régence stammt aus dieser Zeit (Regentschaftszeit). Die schweren Formen des Louis Quatorzesstils, des Barocks wurden erleichtert. Der Réegencestil lässt sich in den Flachgeschnitzten Wandvertäferungen die um 1715 in Paris entstanden sind am besten beobachten.

 

Kommoden

Das wichtigste Kennzeichen ist die Schweifung der Rahmen an den Ecken und das den inneren Rand in fortlaufendem Fluss umziehende Laub und Bandelwerk in strenger symmetrischer Anordnung. Ein weiteres Merkmal sind die feinen Bronceleisten und Rahmen die die Schubladen und Füllungen, die Kanten und Ecken wie auch die Füsse der Gestelle einfassen. Besonders typisch sind die auf den Voluten der oberen Ausschweifungen sitzenden Frauenbüsten die sogenannten Espagnolettes. Die Kommodenseiten stehen rechtwinklig zur Wand. Die Verzierungen aus Broce (Chupfer und Zinn) sind über die ganze Kante abgeführt. Unten in der Mitte sieht man häufig ein Zentralmotiv. Die Kommoden haben drei Schubladen und die Griffe sind klar erkennbar. Die Füsse sind zum Teil diagonal eingesetzt. 

 

Tische und Stühle

An den Tischen und Stühlen wird nun die Schwingung eingeführt. Die oberen Abschlüsse zum Beispiel auch bei den jetzt auftretenden Bücherschränken weist einen weichen Flachbogen auf (Armbrustbogen) Régencetischchen hatten oft zierlich geschwungene Füsse. Die Sessel aus dem Régencestil haben den Sitz und die Lehne oft geflochten (Joncgeflecht Quadrätchen mit darübergelegten Quadrätchen die 45° schräg gestellt sind) oder gerade gepolstert. In ihrer Erscheinung waren sie eher gradlinig zurückhaltend. Die Armlehnen waren nun ebenfalls gepolstert. Der Stoff wurde nicht mehr sichtbar angenagelt. Wenn er sichtbar angenagelt wurde war zumindest die Zarge nicht mehr sichtbar.

 

Rokoko 1730 – 1775

Die letzte Entwicklungsstufe des Barocks fand zurzeit von Louis XV statt. Die Grundformen der Architektur werden kaum verändert. Es ist im Prinzip kein eigener Baustil sondern gehört in den Barock. Anstelle der Symmetrie tritt die Asymmetrie. Die Farben werden heller bunter und fröhlicher. Den Höhepunkt des Rokoko bildet die Ornamentik mit dem Muschelmotiv der Rocaille. Dem Innenraum wurde der Charakter eines Gartens gegeben. Die Fenster sind nicht unbedingt mehr farbig.

 

Stuckdekoration

Die Stuckdekoration lässt sich in drei Hauptgruppen einteilen. Deckenspiegel, C Rocaille, Kartuschen.

 

Deckenspiegel

Deckenspiegel sind Hauptmotive die das Zentrum eines Plafonds oder Gewölbes umgrenzen. Sie sind selten leer. Sie dienen häufig als Rahmen für ein gemaltes Deckenstück.

 

C – Rocaille

Muschelform C Schwung, C Förmige Ornamentkomposition von ihr gehen weitere Rocaille und Pflanzenmotive aus.

 

Kartuschen

Unter einer Kartusche versteht man einen aus Ornamenten bestehenden Zierrahmen. Dieser kann leer bleiben, zum Bildfeld aufgewertet sein, ein Emblem, eine Inschrift oder ein Wappen aufnehmen.

 

Louis XV 1735 – 1765

Der Urheber und Wegbereiter des Rokokostils war Meissonier. Seine Richtung traf den Geschmack von Louis XV. Diese Wandlung der Wohnkultur ist durch die Einwirkung des weiblichen Elements beeinflusst worden. Die strengen Einfassungen und Bandelwerkornamente der Régence sind jetzt völlig verdrängt durch Rocailschnörkel, die nach innen und aussen Zacken und Blätter aussenden und sich auch im Relief heben und senken. Der Rokokostil bildet den Abschluss des Barocks.

 

Merkmale

Die Konstruktiven Elemente treten immer mehr zurück und werden fast vollständig von den dekorativen Elementen verdrängt. Fliessende Übergänge von den Zargen zu den Füssen. Ein auffallendes Merkmal sind die asymmetrischen Dekorationen die Möbel sind eher zierlicher und kleiner.

 

Innenräume

Träger des raffinierten Dekorationsstils. Die grossen prunkvollen Räume des Barocks weichen den intimen Salons des feingliedrigen Rokokos. Integrierung der Spiegel und Bilder in die Wände. Viele Teppiche zum Teil chinesische Seidenteppiche.

 

Kommoden

Kommoden haben nur noch zwei Schubladen übereinander. Die Frontverzierung berücksichtigt die Schubladeneinteilung nicht. Die Griffe sind in der Verzierung eingebaut. Kommoden sind hinten meist breiter als vorne. Schubladen sind vertikal und horizontal gebogen.

 

Konsolentische

Sind mit reichem Rocaileschmuck versehen und mit der Wand fest verbunden.

 

Stühle

Die Sitzflächen sind vorne breiter als hinten. Kreuzstege sieht man keine mehr. Stühle haben vorne ein Zentralmotiv im Zargen. Die Rückenlehnen sind nicht mehr einfach so rechteckig es geht eher in eine ovale Form. Der Stoff ist exakt konzipiert für das Möbel.

 

Kanapée

Oft sind die Seitenteile der Kanapées vorne wie Ohren herumgezogen. Das Möbel ist mit relativ vielen Füssen unterstellt.

 

Klassizismus 1770 - 1850

In der Zeit des Klassizismus erkannte man Gott noch bestenfalls als den Schöpfer der Natur. Diese galt als die grosse Lehrmeisterin. 1789 wurde die Bastille vom Volk erstürmt. Damit begann die Französische Revolution. Der Zeitgeschmack verlangte eine einfache und klare Formensprache. Der barocke Überschwang wurde abgelehnt. Die klassizistische Baukunst wirkt im Vergleich zu ihrem Vorbild, der Antike, kühl nüchtern und tektonisch sachlich. Viele Zentralbauten hatten Vierungskuppeln. Zum Teil sind die Gebäude mit Flachdächer gedeckt. Über dem Dreieckgiebel hat es zum Teil noch ein Aufsatz mit Figuren. 

 

Frühklassizismuss

Louis XVI 1770 – 1800

Die schwungvollen Linien des Rokoko wurden durch die gerade und durch die Betonung der Symmetrie abgelöst. Beliebt ist die Front des griechischen Tempels, mit kräftig gerahmtem Giebelfeld und unterstellten Säulen.

 

Zierformen

Zopf, Girlande, Vasen, Blumenkörbe, Pfeil und Köcher, Taubenpaare. Man gab dem Stil den spöttischen Übernahmen Zopfstil. Der Sinn für gute Formen und schöne Proportionen ist ein echtes Anliegen des klassizistischen Architekten.

 

Hochklassizismus Empire 1800 – 1830

Napoleon nahm auf dem Feldzug nach Ägypten eine Anzahl Kunstwissenschaftler mit. In der Folge wurden Elemente der ägyptischen Kunst in die europäische übernommen. Das Empire bevorzugte wuchtige Baukörper, die sich durch strenge Symmetrie, scharf eingeschnittenen, oft rundbogigen Öffnungen, dorischen Säulen Vorbauten und bekrönten Attiken kennzeichnen. Prunkvolle Grösse wird durch spärlich angebrachten Schmuck betont.

 

Spätklassizismus 1830 – 1850

Es brauchte viele neue Bauten (Schulhäuser Bibliotheken, Spitäler usw.) Im Spätklassizismus werden die Bauformen flächenhafter, leichter, zierlicher, dekorativer aber auch trockener. In dieser Zeit entwickelte sich in der Möbelkunst der Biedermeier Stil.

 

Klassizismus Merkmale

Streng symmetrischer Aufriss, Dreieckgiebel als Zierelement oft auf der Gebäudeseite und weniger hoch als das Dach selber, Auf einem Niedrigen Fundament lagert das mit Bossenwerk gebildete Erdgeschoss. In der ersten Etage ist häufig eine Balustrade. Die Säulen gehen über mehrere Stockwerken sie haben jedoch oben nicht noch so eine Ergänzung wie man es Vom Barock her kennt.

 

Historismus 1850 – 1910

Statt der Rückkehr zur Antike, die der Klassizismus erstrebte wollte der Historismus zu den Quellen des eigenen Volkstums und zu dessen schöpferischen Leistungen zurückkehren. Unvollendete Dome und Münster wurden nach alten Plänen zu Ende geführt. Die Bauten aus dieser Zeit beherrschen noch heute das Bild der Europäischen Städte. Man unterscheidete im Historismus Neugotik, Neurenaissance, Neubarock, Neuklassizismus und den Heimatstil.

 

Neugotik

Die Neugotischen Bauten sollten wenn möglich noch reiner Wirken als ihre grossen Vorbilder. Deshalb hinterliessen diese Werke oft einen akademischen – nüchternen und kalten Eindruck.

Neurenaissance

Man nahm die Villa Rotonda als Vorbild. Man begnügte sich nicht mehr mit der Nachahmung eines Stils sondern machte unbeschwert Stilverbindungen.

 

Neubarock

Der Neubarock wurde häufig bei Theaterbauten eingesetzt.

 

Neuklassizismus

Schlichte nüchterne Bauweise. Dieser Stil beherrschte das Feld bis zum 2. Weltkrieg. Er zeichnete sich durch gerade, flächenhafte und monumentale Formen aus, die kühl und nüchtern wirken.

 

Heimatstil

Im Grenzbereich liegt diese Stilrichtung, als Gegenbewegung zum technischen Materialismus. Setzte sich für die Erhaltung eines ehrwürdigen Gebäudes oder des ganzen Dorfbildes ein.

 

Beispiele

Kirche St. Peter und Paul, Stadthaus in Winterthur, Stadttheater Bern, Sacré Coer Paris.

 

Ingenieur Architektur 1850 – heute

1735 Eisengewinnung mit Koks, 1789 Mechanisierung der Arbeit, Beginn der industriellen Revolution. Neue Materialien, Eisen und seit 1860 Stahl, Beton und Stahlbeton, erlaubten Wölbungen von grösserer Spannweite als je zuvor. Diese Bewegung stand im Gegensatz zur offiziellen Baukunst und wurde nicht von den Architekten sondern von den Ingenieuren getragen. Die Bevölkerungszahl von Chicago explodierte von 30000 im Jahre 1850 auf 1100000 im Jahre 1890. Deshalb begann man die Gebäude in die Höhe zu bauen.

 

Beispiele

Kristallpalast in London, Saint – Eugènien Paris (Sieht aus wie eine gotische Kirche es ist jedoch alles aus Eisen), Eiffelturm in Paris.